Suche
  • Wir beraten Sie gerne!
  • +4369917001322 / office@bbs.co.at
Suche Menü

Was haben Marshmallows mit Emotionaler Intelligenz zu tun?

Marshmallow-Maennchen

In den 60er Jahren startete der österreichisch-US-amerikanische Psychologe Walter Mischel eines der berühmtesten Experimente in der Geschichte der Psychologie: Er bot vier- bis sechsjährigen Kindern Süßigkeiten an und gab ihnen die Wahl, entweder ein Stück Marshmallow sofort zu essen oder später ein zweites zu bekommen, wenn sie der Versuchung widerstehen könnten. Einigen Kindern gelang dieser Belohnungsaufschub, anderen hingegen nicht.

Als man die gleichen Kinder dreizehn Jahre später nochmal einlud, brachte dies erstaunliche Ergebnisse: Jene Kinder, die schon im Vorschulalter warten und den Versuchungen widerstehen konnten, waren als Jugendliche zielstrebiger und erfolgreicher in der Schule und in der Ausbildung. Die gleichen Personen konnten außerdem besser mit Rückschlägen umgehen, wurden von anderen als sozial kompetenter beurteilt und waren seltener drogenabhängig als die Gruppe der Jugendlichen, die als Kinder dem Marshmallow nicht widerstehen konnten. Diese zweite Gruppe der Ungeduldigen war emotional instabiler und schnitt in der Schule schlechter ab, obwohl sie nicht weniger kognitive Intelligenz zeigte.

Mischel hatte damals entdeckt, dass die Fähigkeit der Kinder zum Belohnungsaufschub die Art und Weise beeinflusste, wie diese später ihr Leben meistern würden. Je besser es ihnen gelang, sich zu beherrschen, desto eher entwickelten sie im weiteren Leben Selbstvertrauen, Stressresistenz und soziale Kompetenz.

Wie Selbstkontrolle Einfluss auf unseren Erfolg hat

Walter Mischel hatte damals mit der Fähigkeit zum Belohnungsaufschub weit mehr als nur die pure Willenskraft gemessen, nämlich Geduld und Impulskontrolle – eine Mischung aus Selbstkontrolle, Frustrationstoleranz und Ausdauer.

Mischels Test zeigt die Bedeutung der Impulskontrolle und des Aufschieben-Könnens von Selbstbelohnungen für Erfolg – akademischen, emotionalen und sozialen.

Wie kommt es, dass manche Menschen offenbar über eine stärkere Selbst- und Impulskontrolle verfügen als andere? Ist diese Fähigkeit genetisch veranlagt oder kann man sie lernen?

Die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub wird in Mischels Modell als stabile Persönlichkeitseigenschaft angesehen. Heute vermutet man, dass Geduld zumindest teilweise genetisch bedingt ist. Ein hohes Maß an Selbstkontrolle lässt sich auch aus der Gehirnaktivität ablesen, indem Menschen mit guter Selbstkontrolle ihre neuronalen Netzwerke effizienter nutzen als jene mit geringerer Selbstkontrolle.

Studien belegen übrigens, dass Alkoholiker deutlich ungeduldiger sind als Menschen, die wenig oder keinen Alkohol konsumieren. Das gleiche gilt auch für andere Süchte, wie etwa die Spielsucht. In Untersuchungen findet sich auch ein Zusammenhang zwischen der Unfähigkeit, lange auf etwas zu warten und einem ungesunden Lebensstil wie rauchen, essen im Übermaß etc.

Impulskontrolle kann man lernen

„Emotion Regulation“ oder „Self-Regulation“ lassen sich aber trainieren und verbessern, unter anderem mit achtsamkeitsbasierten MethodenAchtsamkeitsmeditation oder dem MBSR-Training von J. Kabat-Zinn.

Die Impulskontrolle ist auch ein wichtiger Bereich im Modell der Emotionalen Intelligenz EI, basierend auf dem Bar-On EQ-i Modell von Reuven Bar-On (1997). Gemäß diesem Modell ist es für Personen möglich, ihre Impulskontrolle zu verbessern – sie können also lernen, einer Versuchung zu Handeln zu widerstehen oder diese aufzuschieben. Dazu gehört auch das Vermeiden überstürzter Handlungsweisen und übereilter Entscheidungen im Beruf – also ein besserer Umgang mit Emotionen im Management.

Die Impulskontrolle ist eine der fünfzehn Kernkompetenzen, die wir mit dem Psychologischen Assessment EQ-i 2.0 erheben.

Sind Sie daran interessiert, in welchem Ausmaß Ihre Impulskontrolle Sie täglich beruflich und privat beeinflusst? Möchten Sie erfahren, wie Sie zu einem besseren Umgang mit Ihren Emotionen gelangen? Dann schreiben Sie mir!

Quelle: Stein, Steven J., Book, Howard E., Das EQ-Potenzial (2011); Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik; Foto: Fotolia

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.